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„Alle Ventile auf, alle Mann von Bord“!

hieß es, als die "Columbus" 1939 vor der US-Ostküste sank.

Helenus Lübben und die Geschichte des Hotel Columbus in Bremerhaven

Vor Beginn des Zweiten Weltkrieges kreuzt die Columbus vor allem mit US-Bürgern in der Karibik. Als der Ausbruch des Krieges droht, schifft Kapitän Wilhelm Daehne die Passagiere auf Kuba aus und nimmt Kurs auf Vera Cruz, wo der Riese acht Wochen ankern wird. Vor versammelter Mannschaft teilt der Kapitän am 12. Dezember 1939 mit, dass man den Durchbruch nach Deutschland wagen wolle. Zwei Tage später ist das Schiff in Fahrt.

Ein Zerstörer jagt die "Columbus". Auf hoher See wird die "Columbus" von amerikanischen Kriegsschiffen beschattet. Die Amerikaner spielen den "Nazi-Steamer" ganz offensichtlich den Briten zu. Nach viertägiger Verfolgungsfahrt jagt der britische Zerstörer "Hyperion" auf die "Columbus" zu. Grelle Blitze zucken beim Zerstörer, dumpf rollt das Feuer der Geschütze über die See. Vor dem Lloydschiff schießen Wassersäulen empor. "Stoppen Sie!" Was in diesem Fall getan wird, ist allen an Bord klar. "So rasch wie möglich versenken, und zwar mittels Schiff in Brand setzen. Alle Ventile auf!" lautet der Befehl des Kapitäns. Im Nu züngeln überall an Bord Flammen.


„Langsam sinkt das Schiff“!

An den Strickleitern hängen Leute, alle Rettungsboote gehen zu Wasser und nehmen die Mannschaft auf, zuletzt ging Kapitän Daehne von Bord. Drei Heizer schafften es leider nicht in die Rettungsboote, sie kamen in den Flammen um. Ein amerikanischer Kreuzer nimmt alle Schiffbrüchigen an Bord auf die „Tuscaloosa“, die nach New York fuhr. Die Schiffbrüchigen wurden auf Ellis Island interniert und kamen später nach Angel Island. Niemand hat die „Columbus“ versinken sehen, ein feurig roter Schein am Abendhimmel war das Letzte, was vom Schiff gesehen wurde. Auf ebenem Kiel versank der deutsche Ozeanriese „Columbus“ in 4000m Tiefe, Luxusliner des Norddeutschen Lloyds.

Ein großer Teil der Besatzung konnte noch 1940 über San Francisco/Japan/Sibirien in die Heimat zurückfahren. Unter den Ausreißern befand sich auch der leitende Obersteward Helenus Lübben aus Wesermünde, dem heutigen Bremerhaven, den man aufgrund seiner exzellenten Fremdsprachkenntnisse von 5 Sprachen nicht ausreisen ließ, er war von Nutzen für die Botschaft. So blieb er bis nach dem Krieg in Tokio und kehrte erst 1947 mit einem amerikanischen Gefangenentransport nach Bremerhaven zurück. Als Erinnerung an seine Fahrenszeit gründete er 1950 das heutige maritime „Hotel Columbus“, das persönlich und individuell von der Familie Lübben in der 3. Generation geführt wird. Noch heute erfreut sich das schöne Mittelklassehotel eines guten Rufes.

So spannt sich ein weiter Bogen über Raum und Zeit von der letzten Fahrt der „Columbus“ 1939 in die Karibik über Havanna und Vera Cruz, den Untergang des Schiffes im Atlantik, über New York, Tokio und Sibirien bis in das Bremerhaven der Gegenwart, in dem die Lloyd Werft nach wie vor ansässig ist – gewissermaßen die Geburtsstätte der einstigen „Columbus“ – und wo heute noch andere Einrichtungen an den Schnelldampfer erinnern.

Helenus Lübben, 1937 mit seiner Crew

(Helenus Lübben, 1937 mit seiner Crew)